Wir, zu Beginn sieben Jungpfadfinder*innen und zwei Sippenleiter (in den letzten Tagen stieß noch ein weiterer Sippling zu uns), haben in den Sommerferien zehn Tage miteinander verbracht — vollgepackt mit Bergwanderungen, Hüttenromantik und jeder Menge Spaß im Tal. Morgens trafen wir uns in Schwabach und fuhren über München bis nach St. Anton am Arlberg. Direkt nach der Ankunft war die Rosanna-Schlucht unser Warm-up: beeindruckende Felswände, spritziges Bachwasser und die obligatorischen Gruppenfotos mit staubigen Schuhen. Die Idee, draußen zu übernachten, mussten wir nach der ersten bitterkalten Nacht zwar überdenken, doch Spontanität gehört ja irgendwie zum Abenteuer dazu.
Die Pension im Tal war dann ein Glücksgriff: warme Duschen, Tischtennis und ein ausgelassener Spieleabend halfen uns, wieder aufzutauen und Energie für die kommenden Tage zu sammeln. Am dritten Tag legten wir eine gemütliche Pause an einem Spielplatz am Stausee ein — Brotzeit, Lachen und die ein oder andere kleine Seilbahnfahrt gehörten dazu — bevor wir zur Konstanzer Hütte aufbrachen. Die Hütte war der perfekte Einstieg: gutes Hüttenessen, warme Betten und abends gemütliche Runden, bei denen Jungle Speed öfter ausgepackt wurde und schnell zu unserem Standardritual wurde.
Ab dem vierten Tag wurden die Etappen anspruchsvoller, aber die Aussichten entschädigten für jeden Schritt. Früh aufstehen, kühle Morgenluft und weite Panoramen — das mochte jede Anstrengung rechtfertigen. An einer Stelle trafen wir auf eine Kuhherde, was für kurzzeitiges Chaos und viel Gelächter sorgte, bis die Kühe weitergrasten. Der fünfte Tag war der Härtetest: Geröllfelder, steile Serpentinen und ein zäher Anstieg nach der Mittagspause. Alle halfen mit, motivierten und unterstützten sich gegenseitig, und oben gab’s die wohlverdiente Aussicht. Danach ging es hinab in Richtung Friedrichshafener Hütte; eine weitere geplante Hütte ließen wir ausfallen, als eine Grippewelle einzelne Mitglieder traf — Gesundheit geht schließlich vor.
Im Stammesheim in Nüziders konnten wir uns dann ausruhen: Rucksäcke auspacken, Wäsche lüften, Pizza bestellen und einfach mal die Füße hochlegen. Kurz darauf suchten wir schon wieder die Action: Lasertag wurde intensiv gespielt — zwei knappe Runden, das blaue Team mit „Darth Vader“ als Topspieler gewann, und eine Revanche beim Bowling wurde sofort ins Feld geführt. Am achten Tag stieß dann noch ein weiterer Sippling zu uns, und danach folgte ein entspannter Tag im Alpenbad Montafon mit Rutschen, Naturbecken und Volleyball — genau das, was müde Beine brauchten.
Der Kletterpark am Stausee forderte uns körperlich und mental deutlich mehr, als viele vorher gedacht hatten — und war genau deshalb ein Highlight. Der Park bot mehrere Parcours in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden: vom niedrigen Übungsparcours für die Anfänger bis zu hohen, windigen Strecken mit wackeligen Brücken, Netzpassagen und schmalen Balken.
Ein besonderes Highlight für die Naschkatzen war der Besuch im Milka-Museum: Quizfragen mit Schokoladenpreisen, ausgiebiges Probieren und am Ende ein großer Bummel durchs Milka-Outlet. Isoliertaschen erwiesen sich als cleverste Anschaffung — niemand wollte riskieren, dass die Mitbringsel schmelzen. Das Wetter spielte ab dem dritten Tag fast durchgehend mit: wolkenfreie Tage und bis zu 34 °C sorgten zwar für warme Nachmittage, aber auch für gute Laune und viele Sonnenfotos.
Überall, wo Zeit war — in Pausen, auf Hütten und abends im Stammesheim — tauchte immer wieder Jungle Speed auf; das Spiel wurde schnell zum Sippenspiel und sorgte für laute Lacher, kleine & große Wettkämpfe und das typische Chaos, das uns noch enger zusammenschweißte. Neben den Spielen prägten auch gemeinsames Singen, gegenseitige Unterstützung bei schwierigen Passagen und die kleinen Rituale den Alltag: ein aufmunterndes Wort am steilen
Hang, das Teilen der letzten Schokoriegel, das gemeinsame Sortieren von Ausrüstung — das alles machte die Gruppe aus
Am elften Tag traten wir dann vollbepackt die Heimreise an — müde Beine, volle Schokoladenvorräte und viele Geschichten im Gepäck. In Schwabach warteten schon die Familien, und wir kamen mit müden, aber glücklichen Gesichtern zurück. Die Fahrt war eine gelungene Mischung aus Herausforderung und Erholung, bei der Zusammenhalt, Humor und Teamwork immer im Vordergrund standen.
Bilder und Text: Sippe Bullerbü
















