Das erste Mal auf Pfingstlager – Juni 2019

geschrieben von Svenja, Quereinsteigerin im Stamm MTA ’62

Pfingstlager im Gräfenberger Hüll! Von diesen Lagern hatte ich schon viel gehört. Auf jeder Pfadiaktion wird von ihnen erzählt: „ Das Geländespiel mit den Kerzen, und die Story mit der Wasserschlacht, ach ja und das Labyrinthspiel, das war super! Und wisst ihr noch die Evakuierung auf…?“.

Klar entstanden bei mir da Bilder im Kopf und ich hatte gewisse Vorstellungen was ich zu erwarten hatte. Aber wenn man dann dort ist, ist doch alles wieder ganz anders als erwartet! Während die verschiedenen Sippen auf Wegen durch die Fränkische Schweiz anhajkten, bikte ich mit einem Freund mit dem Fahrrad an. Am Platz angekommen gab es erst einmal Pizza für alle Mitarbeiter und dann wurden gemeinschaftlich Jurten und Kohten aufgebaut. Jeder packte mit an und mit nur wenigen Pannen (die Heringe und Verbindungsstücke des Küchenzelts fehlten) und basisdemokratischen Entscheidungen stand letztendlich die Oase, ein alternatives „Kochzelt“ und der Abend klang mit Singen und Kartenspielen am Feuer aus.

Schnell mal eben ein kompletter Lager abbauen…

Am nächsten Tag trafen die anhajkenden Sippen mit wilden Geschichten von kalter Nacht, so mancher spannenden Hajkeaufgabe und speziellen Funden im Lager ein. Der darauffolgende große Lageraufbau wurde belohnt vom Kochteam um Nina mit in einer Bäckerei selbstgebackenen Pizzaecken. Einigen Kennenlernspielen folgte eine Entdeckung mit schwerwiegenden Konsequenzen: Eichenprozessionsspinner!! An fünf Bäumen auf dem Lagerplatz wurden die haarigen Raupen gesichtet und so folgte kurzerhand der Umzug auf das gemähte Nachbarfeld. Da jeder mitanpackte fanden Waschzelt, Küchenzelt und sämtliche Kohten und Jurten schnell einen neuen Platz.

… und auf der benachbarten Wiese wieder aufbauen

Nun konnte auch das Programm des Pfingstlager endlich beginnen. Die folgenden Tage galt es als Diebesbande der Grande Dame der Gosse und ihren beiden Handlanger der Rechten und der linken Hand verschiedene Fähigkeiten eines Diebes zu trainieren und das Stürzen des eingebildeten Königs Felix des Ersten und Einzigartigen (Pfui!) vorzubereiten.

König Felix der Einzige (Pfui) und sein treuer Diener

Jonglieren, Branding, Akrobatik, Schnitzen, im Feuer kochen, Bücher binden und vieles mehr wurden dafür als Workshops angeboten.

Jonglieren will gelernt sein!

Bevor der König mit den neu erworbenen Fertigkeiten aber gestürzt werden konnte, wurde die Grande Dame hinterlistig verraten und durch die Wache des Königs entführt, sodass am nächsten Tag in einem großen Geländespiel die  Entführung der Gemahlin des Königs als Druckmittel zur Herausgabe der Grande Dame vorbereitet wurde. Denn es galt keine Zeit zu verlieren, da die Grand Dame am nächsten Morgen hingerichtet werden sollte. Mithilfe eines Spiegels konnte der narzisstische König von der ersten Gruppe abgelenkt werden, gefolgt von den sich mit alchemistischen Mitteln auskennenden Betäubern, die die Wachen umlegten. Als nächstes musste ein Labyrinth auf dem richtigen Weg durchhüpft werden, um sich dem Zelt der Königin nähern zu können. Daraufhin wurden die Fackelausschießer auf den Plan gerufen, die mit Wasserpistolen für das Löschen der Fackeln zuständig waren. Andere Kinder hatten sich mit dem Überqueren von Mauern beschäftigt und überwanden dieses Hindernis.

Die flinken Seilschlüpfer kümmerte sich um das Abbauen des Netztes aus Sicherheitsdrähten, das natürlich nur von hinten abgebaut werden konnte. Als nächstes musste der Wachhund der Königin mit einer Süßkartoffel und einem Ball abgelenkt werden, um keinen Alarm schlagen zu können. Keine leichte Aufgabe! Woraufhin die Fesslungskünstler die Königin fesselten und die Tragenbauer die Königin schlussendlich fortschafften. Geschafft! Nach dieser Heldentat wurde am Abend gefeiert!

Besonders im Kopf geblieben ist mir dieser super gelungene bunte Abend in der fetten Kanalratte (der Oase) an dem von Schuhplattlern, über ein selbst geschriebenes Lied „ Wir gehen auf Fahrt“, einem Mitmachsong „ Alle lieben Paprika“ und viele weitere vielfältige Programme aufgeführt wurden. Denn wir Gossengenossen haben mehr drauf, als nur zu Entführen und zu Stehlen!

Die Kanalrattencrew beim Singewettstreit

Da der König spontan zur Modeschau der pastellfarbenen Frühjahrskollektion nach Paris kutschiert wurde, hatte er das Amt, die Hinrichtung der Grande Dame zu überwachen, am letzten Abend an seine Tochter Prinzessin Svenja die Einzige übertragen. Diese wollte – den Wünschen des Vaters treu- die Hinrichtung durchführen. Die Schlinge lag schon fast über dem Haupt der Grand Dame, als die Kinder unter der Leitung der linken Hand ihren Trumpf hervorbrachten. Die Königin als Geisel! Nach langen Diskussionen kam es zu einem ausgehandelten Tausch: Königin gegen Grande Dame. Nun wurde die verräterische rechte Hand aus dem Zeltdorf gejagt, denn sie hatte die Grand Dame an den König verkauft! Nur kurz später berichtete nun ein Bote, dass der König auf Grund seines wohlgeformten Profils als Model in Paris beginnen würde und die Regierungsgeschäfte für unbestimmte Dauer an Prinzessin und Königin übertragen würden. Dadurch können die beiden einen diebesfreundlichen Regierungskurs fahren und wir Diebe haben uns darauf eingelassen, nur dann zu stehlen, wenn es auch wirklich niemand mitbekommt 😉

Zusammengefasst: Viele Singeabende mit Gitarre bei Stockbrot, Waffeln, Popcorn überm Feuer, gemeinsame Essen, ein Pfingstgotttesdienst unter freiem Himmel, coole Spülaktionen, Wasserschlacht, viele gute Gespräche und neue Bekanntschaften, lachende Gesichter und viele Massagerunden machten für mich dieses Lager aus

Hier möchte ich noch einmal Danke sagen an das Planungsteam, Küche, Oase und alle Teilnehmer/innen für die gelungene Woche. Es hat mir super viel Spaß gemacht!

DANKE für ein tolles Pfingstlager 2019

Bilder: Andreas Hümmer, Jasmina Frisch